Hintergründe zur Orgel und der anstehenden Restaurierung


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Die Landauer Marienkirche wurde im Jahr 1911 geweiht, 1924 erhielt sie die große Orgel mit 72 Registern auf drei Manualen und Pedal von der damals führenden Orgelbaufirma Steinmeyer aus Oettingen.
verbeulte Pfeife
mit eingerissener
Stimmrolle

Das Sperrholzgehäuse um die Pfeifen des
2. Manuals ist durch Massivholz zu ersetzen.
notdürftig geflickte Risse in der Windlade alte, brüchig gewordene Lederdichtungen am Magazinbalg sind zu erneuern
Seitdem haben Kirche und Orgel eine wechselvolle Geschichte erlebt, gekennzeichnet durch Kriegsschäden und Wiederaufbau. In den Fünfzigern wurde die Orgel größeren Umbaumaßnahmen unterzogen, vor allem wurde der Klang dem Zeitgeist angepaßt und der prächtige Prospekt, die Frontansicht der Orgel, mußte einem neuen, versachlichten Freipfeifenprospekt weichen. Glücklicherweise ist heute noch der größte Teil des originalen Pfeifenbestandes erhalten, ebenso Großteile der technischen Anlage.
Der Versuch, in den fünfziger Jahren die Orgel barock klingen zu lassen, hat jedoch dem Instrument seinen ausgewogenen spätromantischen Klang genommen. Da heutzutage nur noch wenige romantische Orgeln dieser Größe und von dieser Qualität erhalten sind, sollte die Orgel unbedingt restauriert werden. Nur dadurch kann ihr Erscheinungsbild und vor allem ihr Klang wieder den Charme ihrer Erbauungszeit verströmen.
Dieses Ziel wollen wir zeitnah zum 100-jährigen Kirchweihjubiläum 2011 erreichen.
vorne zu sehen die moderne Elektronik, hinten die originalen Bleiröhren der Pneumatik
alte Tasche mit beschädigtem Leder
Der Filz an den Spieltüren des Schwellwerks ist abgenutzt und schließt daher nicht mehr dicht.
defekte Stöpsel in den Holzpfeifen und beschädigte Stimmrollen
an den Metallpfeifen
Dafür werden die über 4.500 Pfeifen ausgebaut, die ca. 3.500 original erhaltenen von 1924 gereinigt, repariert und klanglich optimiert wieder in die Orgel eingebaut, die fehlenden rekonstruiert. Die ganze technische Anlage wird überarbeitet und ergänzt, ein neuer Spieltisch, von dem aus der Organist alle Funktionen der Orgel ansteuern kann, wird ebenfalls benötigt. Als krönender Abschluß soll auch der Prospekt in seiner originalen, dem Kirchenraum angemessenen Pracht, mit polierten Zinnpfeifen und geschnitztem Holzwerk wiedererstrahlen.
Noch wichtiger als die handwerkliche Ausführung ist jedoch die musikalische Ausarbeitung der einzelnen Klangfarben der Orgel und ihr fein abgestimmtes Zusammenspiel. Darum haben wir uns für die Orgelbauwerkstatt Romanus Seifert und Sohn aus Kevelaer entschieden. Deren handwerkliche Qualität, die jahrzehntelange Erfahrung mit romantischen Orgeln und die überragende künstlerische Qualität der Intonateure, das sind diejenigen, die den Klang der Orgel optimieren, sind uns Garant für eine einwandfreie und herausragende Restaurierung unseres Schatzes.
Blick ins Schwellwerk mit fehlenden Pfeifen
im Vordergrund Pfeifen der Klarine 4´, die abzubeizen und zu bronzieren sind


Das Ziel ist eine vollständige Wiederherstellung der alten Orgel ohne Kompromisse oder Teillösungen.
Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 550.000.- €.